Seit dem 25. Juni 2024 erlebt Kenia massive Proteste. „Generation Z“ erhebt sich gegen die Ruto-Regierung und deren internationale Unterstützer*innen. Die Wurzeln der Ungerechtigkeiten liegen dabei in der Kolonialzeit: 1885 beanspruchten die Deutschen ein Protektorat im Sultanat Witu, 1890 übernahmen die Briten das Gebiet bis 1920 Kenia Kronkolonie wurde. 1952 brach mit dem Mau-Mau-Aufstand organisierter Widerstand aus – brutal niedergeschlagen. Circa 10 Jahre später erlangte Kenia formelle Unabhängigkeit, doch die kolonialen Machtstrukturen blieben: Präsident Kenyatta diente westlichen Interessen, verhinderte Landrückgabe und schützte weiße Siedlerinnen.

Die Ausbeutung endete nie, sie geschieht heute durch internationale Konzerne, die im Namen des „freien Marktes“ Profite sichern. Korruption, Armut und bewusst geschürte ethnische Spannungen prägen das Land.

Die vom IWF diktierte Finanzreform 2024 brachte Steuererhöhungen, Preissteigerungen und wachsende Verzweiflung. Besonders junge Menschen ohne Perspektive leiden in einem Land, in dem 40 % der Bevölkerung unter 15 Jahre alt sind. Aus dieser Ungerechtigkeit erwuchs Wut: Die Gen-Z stellte sich gegen Staat, Polizei und Militär, die mit massiver, oft tödlicher Gewalt reagierten. Diese Verhältnisse sind kein Zufall, sondern Teil eines globalen kapitalistischen Systems, von dem Konzerne sowie imperialistische Staaten wie die USA, die EU oder China profitieren.

Am 18. September um 19 Uhr findet im Linken Zentrum Käthe Brunner ein Vortrag zur Situation in Kenia statt. Dort werden auch lokale Projekte vorgestellt. Am 19. September laden wir zur Soliparty im Fatal ein, um Spenden für die Bewegung vor Ort zu sammeln. Für echte Autonomie braucht es internationale Solidarität – und wir wollen unseren Beitrag leisten. Hoch die internationale Solidarität!