Kätche Brunner

Unser Linkes Zentrum wollen wir nach der kommunistischen Widerstandskämpferin Käthe (pfälzisch Kätche) Brunner benennen, um ihr Andenken und ihr Wirken in Ehren zu halten. Zudem wollen wir dadurch auch darauf aufmerksam machen, dass viele Widerstandskämpfer:innen, welche sich den Nazis entgegenstellten, auch nach der Zeit des Faschismus in Deutschland wegen ihrer politischen Ansichten, massiv verfolgt wurden. Im Folgenden soll nun die Lebensgeschichte von Käthe und ihrem Mann Ludwig Brunner kurz geschildert werden:

Kätche Brunner wurde am am 28. Februar 1897 in Lambrecht geboren. Ihr Mann, Ludwig Brunner, wurde am 26. Dezember 1896 in Paris geboren und beteiligte sich als Soldat bei der deutschen Armee am ersten Weltkrieg. Die schrecklichen Erfahrungen, die er im Zuge des Krieges sammelte, machten ihn zum entschiedenen Kriegsgegner. In den 1920er wurden sowohl Kätche als auch Ludwig Brunner politisch in der KPD aktiv und Ludwig zusätzlich bei den Naturfreunden. Kätche Brunner war unter anderem Delegierte der Partei bei internationalen Frauenkongressen und übernahm weitere Funktionen innerhalb dieser.

Nach der Machtergreifung der NSDAP wurde das Ehepaar verfolgt und Ludwig mehrmals in sog. „Schutzhaft“ genommen und war zeitweise in einem Konzentrationslager interniert, unter Anderem auch, weil er sich gemeinsam mit seiner Frau in einer kleinen Widerstandsgruppe den Nazis entgegenstelle. Beide druckten in ihrem Zuhause Flugschriften und eine Zeitung mit dem Titel „Neustadter Zeitspiegel“. Kätche verteilte die Flugschriften und Zeitungen heimlich in der Stadt, wozu sie einen Kinderwagen als Versteck nutzte. Zudem schmuggelte sie bis zum Januar 1945 antifaschistische Literatur über die saarländische Grenze. Nachdem die Nazis den Verfolgungsdruck auf die Widerstandgruppe erhöhten, stellte diese ihre Arbeit ein. Kätche und Ludwig Brunner hielten dennoch den Kontakt zu ihren regionalen Genossinnen und Genossen wie Fritz Ciriaci, Emilie Karl, Johannes Niklas, Hans Reichert, Hans Schreiber und Willy Wessel und vielen Naturfreunden aufrecht. Die Gruppe stand trotzdem weiter als potenzielle Bedrohung unter behördlicher Beobachtung.

Nach 1945 nahmen beide ihr politisches Engagement wieder auf und wurden wieder für die KPD tätig. Ludwig engagierte sich zusätzlich bei den Naturfreunden und Kätche war von 1946 bis 1952 als Mitglied im Neustädter Stadtrat aktiv. Ebenso übernahmen beide die Leitung des Neustädter Waisenhauses. Aus dieser Position wurden sie 1956 aufgrund ihrer KPD-Mitgliedschaft entlassen und so auch im Nachkriegsdeutschland wegen ihrer politischen Anschauung und Tätigkeit erneut verfolgt. Ludwig starb am 9. Mai 1977 in Neustadt und Kätche am 22. Mai 1989 in Edenkoben.